rhoenrad-rhoenradaufbau

 

 

Im Rhönradturnen gibt es drei verschiedene Disziplinen:

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Im Geradeturnen bewegt sich das Rhönrad rollend auf beiden Reifen. Der Turner bestimmt durch Körperverlagerung die Bewegungsrichtung. Man unterscheidet zwischen zentralen und dezentralen Übungen. Bei den zentralen Elementen befindet sich der Turner überwiegend im Radmittelpunkt, während er sich bei den dezentralen Elementen überwiegend außerhalb des Radzentrums befindet wodurch eine besondere Schwungwirkung erzielt wird.

Beim Geradeturnen unterscheidet man zwischen A-, B-, C- und D-Teilen (Schwierigkeitsteilen), die innerhalb einer vorgeschriebenen Anzahl von Bahnen (eine Bahn entspricht drei Radumdrehungen) geturnt werden müssen. Beim Geradeturnen mit Musik versucht der Turner die Musik durch Bewegungen zu interpretieren.

 

Spiraleturnen:

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Im Spiraleturnen bewegt sich das Rhönrad kreisförmig auf nur einem Reifen. Der Turner hält dabei das Rad durch Körperverlagerung auf der Kreisbahn und führt verschiedene Übungen aus, die wie auch im Geradeturnen in verschiedene Schwierigkeitsklassen gegliedert werden. Zudem unterscheidet man zwischen der „großen Spirale" und der „kleinen Spirale". In der großen Spirale hat das Rhönrad einen Neigungswinkel von über 60°, in der kleinen Spirale hingegen hat das Rad einen Neigungswinkel von weniger als 30°.

 

Sprung:

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Beim Sprung setzt der Turner das Rad von außen in Bewegung. Der Turner läuft mit einem Steigerungslauf hinter dem Rad her und lässt sich nach einem dynamischen Absprung und durch den Schwung des Rades auf das Rhönrad hochziehen. Aus der Grätsch-, Hock- oder Standposition vollführt er dann einen Sprung auf eine Weichbodenmatte. Man unterscheidet hierbei verschiedene Sprungarten (z.B. Salti, Überschläge), die entsprechend ihrer Schwierigkeit eine unterschiedliche Höchstnote haben.

 

Paarturnen:

Drei weitere Disziplinen bietet das Paarturnen. Hierzu gehören die Partnerspirale und das Partnerturnen in einem Rad sowie das Synchronturnen in zwei Rädern.

 


Die Rhönradgeschichte:

Otto Feick, ein Pfälzer, entwickelte während dem 1. Weltkrieg in Gefangenschaft, das Rhönrad. Er wurde dazu durch einen Kindheitserlebnis inspiriert, indem er mit zusammengebundenen Fassreifen einen Hügel hinunter rollte. Nach seiner Haft im Jahre 1925 ließ er sein neu erfundenes „Reifen-, Turn- und Sportgerät" patentieren und benannte es nach seiner Heimat, der Rhön.

1926 stellte Otto Feick das Rhönrad an der Deutschen Hochschule für Leibesübungen in Berlin vor. Das erste internationale Turnier fand 1930 in Bad Kissingen statt und legte die Grundlage für kommende internationale Wettkämpfe im Rhönradturnen. Der Höhepunkt des Rhönradturnens stellte jedoch die Teilnahme an der Eröffnungsgala der Olympischen Spiele in München 1932 dar! Durch den 2. Weltkrieg geriet das Rhönradturnen jedoch wieder zum erliegen und damit endetet der erste Abschnitt einer neuen Sportart.

Nach dem 2. Weltkrieg dauerte es eine ganze Weile bis das Rhönradturnen wieder neu aufgebaut wurde und wurde erstmal wieder beim Deutschen Turnfest in München 1958 präsentiert und fand ein Jahr später mit der Aufnahme als Turnsportart in den Deutschen Turnerbund eine neue Basis.

Die Verbreitung des Rhönradturnen erfolgte sehr langsam aber stetig. 1990 fand der erste Europacup in Deutschland, Taunusstein statt, an dem Länder wie die Schweiz, Dänemark, Israel und Japan teilnahmen.

1992 wurde dann bereits die erste Europameisterschaft in der Schweiz ausgetragen. Nach der Gründung des internationalen Rhönradturnverbandes (IRV) im Jahre 1995 wurde die erste Weltmeisterschaft in den Niederlanden ausgetragen und findet seitdem alle zwei Jahre statt.